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Wärmepumpen-Kompass

Wärmepumpen-Arten im Vergleich: Luft-Wasser, Erdwärme, Grundwasser, Luft-Luft, Abluft

Von Peter Hartmann Zuletzt geprüft: 8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Die fünf Arten auf einen Blick
  2. Luft-Wasser-Wärmepumpe
  3. Erdwärme und Grundwasser
  4. Luft-Luft-Wärmepumpe
  5. Abluft-Wärmepumpe und Lüftungs-Integralgerät
  6. Welche Art passt zu welchem Haus?
  7. Wann zum Fachbetrieb?
  8. Häufige Fragen

Die fünf wichtigsten Wärmepumpen-Arten unterscheiden sich nach ihrer Wärmequelle: Außenluft, Erdreich, Grundwasser, Raumluft oder Abluft. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am günstigsten und am weitesten verbreitet, Erdwärme und Grundwasser sind effizienter, aber teurer und genehmigungspflichtig. Abluft-Wärmepumpen und Lüftungs-Integralgeräte verbinden Lüftung, Heizung und Warmwasser in einem Gerät – mit Filtern und Ventilatoren, die regelmäßig Pflege brauchen.

Die fünf Arten auf einen Blick

Welche Art passt, hängt vor allem von Grundstück, Heizbedarf und Budget ab. Die Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen (Kosten: Richtwerte Einfamilienhaus inklusive Einbau, vor Förderung, Stand: September 2026).

Art Kosten JAZ / Effizienz Platz Genehmigung Lärm Wartung
Luft-Wasser ca. 20.000–40.000 € Ø 3,4 im Altbau-Feldtest (Fraunhofer ISE) Außengerät ca. 0,5–1,2 m² für die Wärmequelle keine; Abstand und Lärm beachten Ventilator und Verdichter außen hörbar jährlich empfohlen; Lamellen, Ventilator, Kondensatablauf
Sole-Wasser (Erdwärme) ca. 25.000–45.000 € (Sonde), ca. 20.000–30.000 € (Kollektor) Ø 4,3 im Altbau-Feldtest (Fraunhofer ISE) Bohrplatz oder große freie Gartenfläche Sonde: wasserrechtliche Erlaubnis, ab 100 m Tiefe zusätzlich Bergrecht außen praktisch lautlos Soledruck und Frostschutz prüfen
Wasser-Wasser (Grundwasser) ca. 25.000–45.000 € (grober Richtwert, stark standortabhängig) bis ca. 5 zwei Brunnen auf dem Grundstück wasserrechtliche Erlaubnis, Wasseranalyse außen praktisch lautlos Brunnenpflege, Verockerung vermeiden
Luft-Luft (Split) unter 20.000 € SCOP laut Datenblatt oft über 4 (kein Feldwert) Außengerät plus ein Innengerät je Raum oder Raumgruppe in der Regel keine für die Wärmequelle Außengerät und Innengeräte hörbar Filter der Innengeräte alle 2–4 Wochen reinigen
Abluft-WP / Integralgerät keine belastbaren Durchschnittswerte stark vom Heizbedarf abhängig Geräteschrank ca. 1–1,2 m² im Haus plus Lüftungskanäle in der Regel keine für die Wärmequelle kein Außengerät; Ventilatoren innen Filterwechsel alle 60–120 Tage, Ventilatoren, Wärmetauscher

Die JAZ-Werte stammen aus dem Fraunhofer-ISE-Feldtest mit 77 Anlagen in Bestandsgebäuden (veröffentlicht 11/2025). Die Werte für Grundwasser und Luft-Luft sind Herstellerangaben bzw. Richtwerte und nicht im selben Feldtest gemessen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie an Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasserspeicher ab. Sie ist die günstigste und am schnellsten installierte Lösung – laut Bundesverband Wärmepumpe waren 2025 rund 95 % der verkauften Heizungs-Wärmepumpen Luft-Wasser-Geräte.

Vorteile sind die geringen Erschließungskosten und der kleine Platzbedarf. Nachteile: Die Effizienz sinkt bei Kälte, das Außengerät erzeugt Geräusche, und im Winter muss es regelmäßig abtauen. Dabei steht der Ventilator kurz still, Dampfwolken sind normal.

  • Monoblock: Der komplette Kältekreis sitzt im Außengerät, ins Haus führen nur Wasserleitungen. Heute meist mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan).
  • Split: Außen- und Inneneinheit sind über Kältemittelleitungen verbunden. Die Installation braucht zertifiziertes Fachpersonal.

Der Ventilator im Außengerät läuft bei jedem Heizbetrieb und ist Wind, Feuchte und Frost ausgesetzt. Lagergeräusche, Unwucht durch Eis oder Laub und Schmutz an den Lamellen sind deshalb typische Wartungsthemen.

Erdwärme und Grundwasser

Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen nutzen eine Wärmequelle, die das ganze Jahr über relativ konstant temperiert ist. Das macht sie effizienter und leiser als Luft-Wärmepumpen, die Erschließung ist aber teurer und genehmigungspflichtig.

Sole-Wasser (Erdwärme)

  • Erdsonde: Bohrung in die Tiefe, für ein Einfamilienhaus oft auf mehrere Sonden verteilt. Die Bohrung kostet etwa 60–120 € pro Meter. In Baden-Württemberg zeigt das Informationssystem ISONG vorab Bohrrisiken und Schutzgebiete.
  • Flächenkollektor: Rohre in etwa 1,2–1,5 m Tiefe. Die Fläche ist deutlich größer als die Wohnfläche und darf nicht überbaut werden.
  • Erdwärmekorb: spiralförmige Kollektoren in 2,5–4 m Tiefe als Kompromiss zwischen Sonde und Kollektor.

Im Sommer ist mit Erdwärme eine sanfte „passive Kühlung“ möglich. Außen gibt es keine beweglichen Teile.

Wasser-Wasser (Grundwasser)

Ein Förderbrunnen entnimmt Grundwasser, ein Schluckbrunnen führt es zurück. Das System gilt als das effizienteste, lohnt sich aber nur bei passendem Grundwasser. Nötig sind eine wasserrechtliche Erlaubnis, eine Wasseranalyse (Eisen und Mangan können die Brunnen zusetzen) und eine regelmäßige Brunnenpflege.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Luft-Luft-Wärmepumpe heizt und kühlt direkt die Raumluft über Innengeräte an der Wand, der Decke oder als Truhe. Sie ist günstig und schnell nachgerüstet, bereitet aber kein Warmwasser.

Sinnvoll ist sie vor allem in gut gedämmten Häusern, Einliegerwohnungen, als Ergänzung in der Übergangszeit oder wenn Kühlung gewünscht ist. Pro Raum oder Raumgruppe braucht es ein Innengerät. Dessen Luftfilter sollten im Betrieb alle 2–4 Wochen gereinigt werden. Ob und wie eine Luft-Luft-Anlage gefördert wird, sollten Sie vorab im Einzelfall prüfen.

Abluft-Wärmepumpe und Lüftungs-Integralgerät

Eine Abluft-Wärmepumpe nutzt die warme, verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC als Wärmequelle, bevor sie nach draußen geht. Lüftungs-Integralgeräte kombinieren kontrollierte Wohnraumlüftung, Wärmepumpe und Warmwasserspeicher in einem Schrank – bekannte Beispiele sind Geräte wie Stiebel Eltron LWZ und Tecalor THZ.

So arbeitet ein Integralgerät:

  1. Der Abluftventilator saugt die verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC ab.
  2. Der Zuluftventilator bringt gefilterte Frischluft in Wohn- und Schlafräume.
  3. Ein Wärmetauscher überträgt Wärme von der Abluft auf die Zuluft.
  4. Eine kleine Wärmepumpe entzieht der Fortluft die Restwärme und lädt damit Heizung und Warmwasser. Neuere Geräte nutzen teils zusätzlich Außenluft.

Reine Abluft-Wärmepumpen wie die NIBE F730 oder F750 haben dagegen keine Zuluft: Frischluft strömt über Außenwanddurchlässe nach. Integralgeräte findet man vor allem in Neubauten ab etwa 2000, in Fertighäusern, KfW-Effizienzhäusern und Passivhäusern.

Die Grenze ist die Luftmenge: Ein Beispiel aus der Fachliteratur rechnet mit 800 m³/h Abluft, die von 20 °C auf 5 °C abgekühlt wird – das ergibt nur rund 4 kW Wärme. Ein Einfamilienhaus hat meist nur 150–250 m³/h. Das reicht nur bei sehr geringem Heizbedarf; sonst springt häufig der elektrische Heizstab ein.

Filter: Schutz für Wärmetauscher und Ventilatoren

Integralgeräte haben Filter auf der Außenluft- bzw. Zuluftseite (je nach Gerät M5 bis F7) und auf der Abluftseite (meist G4). Stiebel Eltron nennt ein Wechselintervall von 60–120 Tagen. Abluftfilter verschmutzen schneller, im ersten Jahr nach dem Bau oft besonders schnell.

Ein verstopfter Filter hat Folgen: Der Luftwiderstand steigt, EC-Ventilatoren drehen höher und brauchen mehr Strom, werden lauter und belasten ihre Lager stärker. Gleichzeitig bekommt die Wärmepumpe weniger Abluft als Wärmequelle. Beim Wechsel wichtig: Abluft- und Zuluftfilter nicht vertauschen, die Strömungsrichtung beachten und die Filteranzeige im Menü zurücksetzen.

Passende Filter finden Sie zum Beispiel für Stiebel Eltron, Tecalor und NIBE. Welche Klasse wohin gehört, erklärt die Seite Filterklassen und Auswahl; eine wiederverwendbare Alternative zum Einwegfilter ist unser Wechselrahmensystem.

Ventilatoren: zwei Lüfter im Dauerbetrieb

In einem Integralgerät laufen Zu- und Abluftventilator rund um die Uhr, also etwa 8.760 Stunden im Jahr. Meist sind es Radialventilatoren mit EC-Motor. Ihre Lager altern vor allem, weil das Lagerfett mit der Zeit aushärtet – Wärme und Dauerbetrieb beschleunigen das.

Typische Anzeichen sind Pfeifen, Schleifen, Heulen oder Rattern, Vibrationen in den Luftkanälen, schwankende Drehzahlen oder eine Lüfter-Fehlermeldung. Liegt ein mechanischer Schaden vor, lässt sich der Lüfter oft durch einen Lagertausch reparieren. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Stiebel Eltron LWZ / Tecalor THZ: Lüfter laut oder defekt.

Aus der Werkstatt: Bei Lüftern aus Integralgeräten sehen wir, wie eng Filter und Ventilator zusammenhängen. Wo Filter lange nicht gewechselt wurden, sitzt oft eine dicke Staubschicht auf dem Laufrad. Das bringt es aus dem Gleichgewicht und belastet die Lager zusätzlich. Regelmäßige Filterwechsel sind deshalb auch die beste Vorsorge für den Lüfter.

Sicherheit: Schalten Sie das Gerät vor dem Öffnen und vor jedem Filterwechsel spannungsfrei und beachten Sie die Anleitung des Herstellers. Arbeiten an elektrischen Bauteilen und am Kältekreis gehören in die Hand von Fachkräften.

Welche Art passt zu welchem Haus?

Für die meisten Bestandsgebäude ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die naheliegende Wahl. Erdwärme lohnt sich, wenn Grundstück und Genehmigung passen und die höheren Anfangskosten tragbar sind.

  • Altbau mit Heizkörpern: meist Luft-Wasser, bei passendem Grundstück Erdwärme. Die Vorlauftemperatur sollte bei höchstens etwa 55 °C liegen.
  • Neubau oder Effizienzhaus mit Lüftungsanlage: Abluft-Wärmepumpe oder Integralgerät, wenn der Heizbedarf sehr gering ist.
  • Gut gedämmtes Haus, Einliegerwohnung, Kühlwunsch: Luft-Luft als Haupt- oder Zusatzheizung, mit separater Warmwasserlösung.
  • Unsanierter Bestand mit hohen Vorlauftemperaturen: Eine Hybridanlage aus Wärmepumpe und Kessel kann ein Einstieg sein – mit dem Nachteil, dass zwei Systeme gewartet werden müssen.

Eine reine Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt nur Trinkwasser und ergänzt zum Beispiel eine bestehende Heizung. Einen Überblick über Funktionsweise, Kosten und Förderung gibt der Einstiegsartikel Wärmepumpe verstehen.

Wann zum Fachbetrieb?

Die Wahl der Wärmepumpen-Art gehört in eine Vor-Ort-Beratung mit Heizlastberechnung. Auch bei Erdwärme und Grundwasser führt kein Weg an Fachbetrieb, Bohrfirma und Behörde vorbei.

  • Vor dem Kauf: Heizlastberechnung, Prüfung der Vorlauftemperatur und Angebote – wie das abläuft, zeigt Wärmepumpe kaufen: Ablauf mit dem Heizungsbauer.
  • Bei Erdwärme und Grundwasser: Genehmigung über die untere Wasserbehörde, in Baden-Württemberg das Landratsamt.
  • Im Betrieb: bei Fehlermeldungen, dauerhafter Vereisung oder ungewohnten Geräuschen.
  • Bei Integralgeräten: wenn die Lüfter lauter werden oder die Luftmenge spürbar nachlässt. Den Lüfter kann Ihr Fachbetrieb ausbauen und zur Reparatur an uns schicken.

Häufige Fragen

Welche Wärmepumpe ist die effizienteste?

Grundwasser-Wärmepumpen erreichen Jahresarbeitszahlen bis etwa 5, Erdwärme lag im Fraunhofer-Feldtest im Mittel bei 4,3. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen dort auf 3,4 – bei deutlich geringeren Anschaffungskosten.

Reicht eine Abluft-Wärmepumpe zum Heizen?

Nur bei sehr geringem Heizbedarf, etwa im Passiv- oder Effizienzhaus. Die Heizleistung ist durch die Luftmenge begrenzt. Sonst übernimmt der elektrische Heizstab einen großen Teil, was teuer ist.

Wie oft muss ich die Filter meines Integralgeräts wechseln?

Stiebel Eltron nennt 60–120 Tage. Abluftfilter verschmutzen schneller als Zuluftfilter. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts – viele Geräte zeigen den Filterwechsel im Display an.

Brauche ich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Genehmigung?

Für die Wärmequelle Luft in der Regel nicht. Abstände zur Grundstücksgrenze und die Lärmwerte der TA Lärm müssen trotzdem eingehalten werden. Im Zweifel fragen Sie beim Baurechtsamt nach.

Peter Hartmann

Inhaber und Techniker von PMH Filter Service in Altensteig (Nordschwarzwald). In unserer Werkstatt reparieren wir Radialventilatoren aus Lüftungsanlagen und Wärmepumpen und fertigen passende Ersatzfilter. Jeder Ratgeber-Artikel wird von ihm fachlich geprüft.

Mehr über PMH Filter Service

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts-, Förder- oder Fachberatung. Förderbedingungen, Gesetze und Preise ändern sich; maßgeblich ist der Stand im Datum oben. Arbeiten an Elektrik und Kältekreis gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Marken- und Produktnamen dienen nur der Beschreibung und gehören ihren Inhabern; PMH Filter Service ist kein Vertragspartner der genannten Hersteller.