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Wartung & Störungen

Herbst-Check: 8 Punkte für Wärmepumpe und Lüftungsanlage vor dem Winter

Von Peter Hartmann Zuletzt geprüft: 8 Min. Lesezeit
Verschiedene Luftfilterelemente und wiederverwendbare Filterrahmen aus PLA+, darunter Faltfilter und Schaumstoffmatten, für Lüftungs- und Wärmepumpensysteme von PMH FILTER SERVICE.
Inhalt
  1. Warum der Herbst der richtige Zeitpunkt ist
  2. Der Herbst-Check im Überblick
  3. Punkte 1 und 2: Außengerät und Kondensatablauf
  4. Punkte 3 und 4: Filter und Lüftergeräusche
  5. Punkte 5 bis 7: Anlagendruck, Einstellungen und Fehlerspeicher
  6. Punkt 8: Wartungstermin beim Fachbetrieb
  7. Wann zum Fachbetrieb?
  8. Häufige Fragen

Vor dem Winter lohnt ein kurzer Check an Wärmepumpe und Lüftungsanlage: Außengerät freiräumen, Kondensatablauf und Filter prüfen, auf Lüftergeräusche achten, Anlagendruck, Einstellungen und Fehlerspeicher kontrollieren und den Wartungstermin vereinbaren. Die meisten Punkte können Sie selbst prüfen. Alles, was Elektrik oder Kältekreis betrifft, bleibt Sache des Fachbetriebs.

Warum der Herbst der richtige Zeitpunkt ist

Mit der Heizperiode steigt die Last auf die Anlage – und damit die Zahl der Störungen. Wer im Herbst prüft, entdeckt kleine Probleme, bevor sie an einem kalten Wintertag zum Ausfall werden.

Dazu kommt: In der Heizsaison sind Fachbetriebe und Kundendienste stark ausgelastet. Ein Wartungstermin im Sommer oder frühen Herbst ist deutlich leichter zu bekommen als im Januar. Und auch Ersatzteile oder Reparaturen brauchen Zeit – ein laut gewordener Lüfter lässt sich im Oktober entspannter reparieren als im Frost.

Der Herbst-Check im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die acht Punkte zusammen. Die Details zu jedem Punkt finden Sie in den Abschnitten danach.

Check Wie Wie oft
1. Außengerät frei Laub, Äste und Pflanzen entfernen, Lamellen nur sanft reinigen im Herbst, im Winter nach Sturm oder Schneefall
2. Kondensatablauf prüfen, ob Wasser ungehindert abläuft im Herbst, im Winter bei Frost
3. Filter Filter von Lüftungsanlage bzw. Abluft-Wärmepumpe wechseln, Anzeige zurücksetzen je nach Gerät alle 3–12 Monate
4. Lüftergeräusche am Außengerät und Lüftungsgerät bewusst hinhören regelmäßig, vor allem zu Beginn der Heizperiode
5. Anlagendruck und Fühler Manometer ablesen, Außentemperatur im Display auf Plausibilität prüfen im Herbst und einige Male im Winter
6. Einstellungen und Heizkurve Betriebsart prüfen, Heizkurve in kleinen Schritten anpassen im Herbst, danach nach Bedarf
7. Fehlerspeicher Meldungen durchsehen, notieren oder fotografieren im Herbst und bei jeder Störung
8. Wartungstermin Termin beim Fachbetrieb vereinbaren jährlich bzw. nach Garantiebedingungen

Sicherheit: Schalten Sie die Anlage vor Reinigungsarbeiten am Außengerät oder vor dem Öffnen des Filterfachs laut Bedienungsanleitung aus bzw. spannungsfrei. Öffnen Sie keine Gehäuse mit elektrischen Bauteilen und arbeiten Sie nie am Kältekreis – das ist ausschließlich Aufgabe von Fachkräften.

Punkte 1 und 2: Außengerät und Kondensatablauf

Das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht freien Luftweg, und das beim Abtauen anfallende Wasser muss ablaufen können. Beides lässt sich mit einer Sichtprüfung kontrollieren.

1. Außengerät freiräumen

  • Laub, Äste, Pflanzen und Gegenstände rund um das Gerät entfernen. Hecken zurückschneiden, damit Luft ungehindert an- und abströmen kann.
  • Lamellen auf Verschmutzung prüfen. Reinigen Sie nur vorsichtig mit einer weichen Bürste oder Wasser mit niedrigem Druck – niemals mit dem Hochdruckreiniger.
  • Im Winter Schnee vom Gerät und aus dem Ansaugbereich fernhalten. Eis nie mit heißem Wasser oder Werkzeug entfernen.

2. Kondensatablauf prüfen

Beim Abtauen entsteht Wasser, das frostsicher abgeführt werden muss. Prüfen Sie, ob der Ablauf frei ist und nicht durch Laub oder Schmutz verstopft wird. Ein Eisblock im Bodenbereich des Geräts im Winter deutet auf einen eingefrorenen Ablauf hin – etwa weil die Ablaufheizung defekt ist. Das gehört zum Fachbetrieb.

Bei Lüftungs-Integralgeräten und Abluft-Wärmepumpen im Haus gibt es ebenfalls eine Kondensatwanne mit Siphon. Achten Sie auf Wasser am oder unter dem Gerät; die Reinigung übernimmt der Fachbetrieb bei der Wartung.

Punkte 3 und 4: Filter und Lüftergeräusche

Frische Filter und gesunde Lüfter sind die Grundlage für einen störungsfreien Winter bei Lüftungsanlagen, Abluft-Wärmepumpen und Integralgeräten. Beides können Sie selbst prüfen.

3. Filter wechseln

Setzen Sie vor der Heizperiode frische Filter ein. Als Richtwert gelten für Grobfilter (G4) 3 bis 6 Monate, für Feinfilter (M5 bis F7) 6 bis 12 Monate; Stiebel Eltron nennt für seine Integralgeräte 60 bis 120 Tage. Maßgeblich ist Ihre Bedienungsanleitung. Denken Sie danach an das Zurücksetzen der Filterwechselanzeige.

Verstopfte Filter lassen die Lüfter höher drehen – das kostet Strom, erzeugt Geräusche und belastet die Lager. Eine ausführliche Anleitung finden Sie im Ratgeber Filter der Lüftungsanlage wechseln, Hintergründe zu den Klassen unter Filterklassen und Auswahl.

4. Auf Lüftergeräusche achten

Hören Sie am Außengerät und am Lüftungsgerät bewusst hin, am besten abends, wenn es ruhig ist. Vergleichen Sie mit dem gewohnten Klang – eine kurze Handyaufnahme hilft später bei der Beurteilung.

  • Warnzeichen: Schleifen, Mahlen, Quietschen, Pfeifen, Rattern, tonales Brummen, Vibrationen oder ein Gerät, das lauter ist als früher.
  • Normal beim Abtauen: Zischen, Knacken und Dampfwolken. Der Ventilator des Außengeräts steht dabei einige Minuten still.

Ein verschlissenes Lager wird mit der Zeit lauter. Tonale Geräusche wie Brummen oder Pfeifen können nach TA Lärm außerdem Zuschläge von 3 bis 6 dB auslösen – ein lagerschadhafter Ventilator kann so eine zuvor unauffällige Anlage für die Nachbarn zum Problem machen. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe laut?

Aus der Werkstatt: Ein Lagerschaden kündigt sich meist über Wochen an, oft zuerst beim Anlauf oder bei Kälte. Wer das Geräusch im Herbst bemerkt und den Lüfter reparieren lässt, vermeidet den Ausfall mitten im Winter. Mechanische Defekte wie Lagerschäden und Verschmutzung lassen sich in der Regel reparieren, ohne dass ein kompletter Neulüfter nötig ist.

Hören Sie ein solches Geräusch, finden Sie Ihr Modell in der Modellsuche zur Lüfter-Reparatur. Für Außengeräte von Wärmepumpen gelten beim Versand Besonderheiten, siehe Versand von Wärmepumpenlüftern.

Punkte 5 bis 7: Anlagendruck, Einstellungen und Fehlerspeicher

Ein Blick auf Manometer und Display zeigt, ob die Anlage für die Heizperiode richtig eingestellt ist. Grundeinstellungen und Eingriffe in die Hydraulik bleiben beim Fachbetrieb.

5. Anlagendruck und Fühler kontrollieren

Lesen Sie den Druck des Heizkreises am Manometer ab. Typisch sind etwa 1,5 bis 2 bar – maßgeblich ist die Angabe des Herstellers bzw. Ihres Fachbetriebs. Liegt der Druck deutlich darunter oder fällt er immer wieder ab, lassen Sie das prüfen.

Werfen Sie außerdem einen Blick auf die angezeigte Außentemperatur. Weicht sie stark von der tatsächlichen Temperatur ab, kann ein Fühler defekt sein. Bei Erdwärmepumpen prüft der Fachbetrieb zusätzlich Soledruck und Frostschutz.

6. Einstellungen und Heizkurve prüfen

  • Ist die Anlage vom Sommerbetrieb auf Heizbetrieb umgestellt?
  • Passen Sie die Heizkurve nur in kleinen Schritten an, etwa um 1 bis 2 K, und beobachten Sie einige Tage. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
  • Prüfen Sie Nachtabsenkung bzw. Flüstermodus, wenn Ihr Gerät das bietet.
  • Warmwasser: Kontrollieren Sie die Speichertemperatur und die Legionellenschaltung, zum Beispiel eine regelmäßige Aufheizung auf 60 °C.

Die Grundeinstellung der Heizkurve und den hydraulischen Abgleich übernimmt der Fachbetrieb.

7. Fehlerspeicher auslesen

Sehen Sie im Display oder in der App nach, ob Meldungen gespeichert sind. Notieren oder fotografieren Sie jeden Code – das spart beim Anruf im Fachbetrieb Zeit. Fehlercodes sind herstellerspezifisch; die Bedeutung steht in der Bedienungsanleitung. Ein Reset laut Anleitung ist ein- bis zweimal in Ordnung. Kommt die Meldung wieder, ist der Fachbetrieb gefragt.

Nicht jede Pause ist ein Defekt: Sperrzeiten des Energieversorgers oder die Leistungsdrosselung nach § 14a EnWG können den Betrieb zeitweise einschränken. Prüfen Sie auch die Sicherungen.

Punkt 8: Wartungstermin beim Fachbetrieb

Eine gesetzliche Wartungspflicht für Wärmepumpen gibt es nicht. Viele Herstellergarantien setzen aber eine jährliche, dokumentierte Wartung voraus – vereinbaren Sie den Termin deshalb rechtzeitig.

  • Kosten: für Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa 150–350 € pro Jahr (mit Wartungsvertrag etwa 120–250 €), für Sole- bzw. Wasser-Wärmepumpen etwa 200–400 € (Stand: September 2026, Richtwerte).
  • Inhalt: unter anderem Sichtprüfung von Außengerät und Ventilator, Kondensatablauf, Anlagendruck und Ausdehnungsgefäß, Kältekreis, Elektrik sowie Auswertung der Betriebsdaten.
  • Bei Lüftungs-Kompaktgeräten und Abluft-Wärmepumpen zusätzlich: Filter, Reinigung von Wärmetauscher und Kondensatwanne, Prüfung der Ventilatoren und Einmessen der Luftmengen.
  • Dichtheitsprüfung: Pflicht nach EU-F-Gase-Verordnung ab 5 t CO₂-Äquivalent Kältemittel (hermetisch geschlossene, gekennzeichnete Geräte ab 10 t), zum Beispiel bei R410A ab etwa 2,4 kg Füllmenge. Geräte mit dem natürlichen Kältemittel R290 sind davon nicht erfasst (Stand: September 2026).

Heben Sie das Wartungsprotokoll auf – es ist Ihr Nachweis gegenüber dem Hersteller.

Wann zum Fachbetrieb?

Der Herbst-Check ersetzt keine Wartung. Rufen Sie den Fachbetrieb, wenn Sie beim Check etwas Auffälliges feststellen oder eine Arbeit über Sichtprüfung, Reinigung und Filterwechsel hinausgeht.

  • Fehlermeldungen, die nach ein bis zwei Resets wiederkommen
  • Anlagendruck, der immer wieder abfällt
  • Eis, das nach mehreren Abtauzyklen bleibt, oder ein eingefrorener Kondensatablauf
  • Wasser oder Öl an ungewöhnlichen Stellen
  • neue Geräusche am Ventilator – der Fachbetrieb kann den Lüfter ausbauen und zur Reparatur einschicken
  • alle Arbeiten an Elektrik und Kältekreis

Wir verstehen uns als Ergänzung zum Fachbetrieb und reparieren mechanisch defekte Lüfter, die Sie oder Ihr Heizungsbauer uns schicken. Mehr dazu unter Für Heizungsbauer.

Häufige Fragen

Muss eine Wärmepumpe jedes Jahr gewartet werden?

Gesetzlich nicht, abgesehen von der Dichtheitsprüfung bei größeren Mengen F-Gas-Kältemittel. Viele Herstellergarantien setzen aber eine jährliche, dokumentierte Wartung voraus. Prüfen Sie Ihre Garantiebedingungen.

Was kann ich selbst an der Wärmepumpe prüfen?

Außengerät freiräumen, Kondensatablauf kontrollieren, Filter in Lüftungsgeräten wechseln, Anlagendruck ablesen, Fehlercodes notieren und die Heizkurve in kleinen Schritten anpassen. Arbeiten an Elektrik und Kältekreis gehören zum Fachbetrieb.

Meine Wärmepumpe dampft und zischt – ist sie defekt?

In der Regel nicht. Beim Abtauen sind Dampfwolken, Zischen und Knacken normal, der Ventilator steht dabei kurz still. Bleibt Eis dauerhaft am Gerät oder kommen Fehlermeldungen hinzu, sollte der Fachbetrieb nachsehen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wartung?

Im Sommer oder frühen Herbst, also vor der Heizperiode. Dann sind Termine leichter zu bekommen, und eventuelle Mängel lassen sich vor dem Winter beheben.

Peter Hartmann

Inhaber und Techniker von PMH Filter Service in Altensteig (Nordschwarzwald). In unserer Werkstatt reparieren wir Radialventilatoren aus Lüftungsanlagen und Wärmepumpen und fertigen passende Ersatzfilter. Jeder Ratgeber-Artikel wird von ihm fachlich geprüft.

Mehr über PMH Filter Service

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts-, Förder- oder Fachberatung. Förderbedingungen, Gesetze und Preise ändern sich; maßgeblich ist der Stand im Datum oben. Arbeiten an Elektrik und Kältekreis gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Marken- und Produktnamen dienen nur der Beschreibung und gehören ihren Inhabern; PMH Filter Service ist kein Vertragspartner der genannten Hersteller.